Leben mit Schizophrenie

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Diagnose

Wichtig ist eine sorgfältige Diagnose, da sämtliche Symptome einer Schizophrenie, also Positiv- wie Negativsymptomatik, auch durch Epilepsie oder andere Erkrankungen des Gehirns, Stoffwechselstörungen und durch den Konsum oder den Entzug von Drogen hervorgerufen werden können. Als problematisch gilt, dass zwischen dem tatsächlichen Ausbruch der Krankheit und ihrer Diagnose eine erhebliche Zeitspanne liegen kann. Studien zeigen, dass erste Veränderungen schon fünf Jahre vor der ersten akuten Psychose zu beschreiben sind.


Einen bestimmten Test zur Diagnose einer Schizophrenie gibt es nicht.
Der Arzt stellt die Diagnose durch ausführliche Gespräche mit dem Patienten und den Angehörigen. Dabei wird auf typische Beschwerden der Schizophrenie geachtet oder danach gefragt. Dazu kommen: Körperliche und neurologische Untersuchungen zum Ausschluss anderer Erkrankungen (z.B. Hirntumor, Gehirninfektion, Epilepsie u.a.).


Ausschluss anderer möglicher Ursachen

Da die typischen Symptome der Schizophrenie möglicherweise auch durch organische Faktoren ausgelöst werden können, gilt es, vor der endgültigen Diagnosestellung andere mögliche Ursachen auszuschließen. Psychotische Symptome können auch durch verschiedene Hirnerkrankungen wie Hirntumoren oder Schädel-Hirn-Traumata ausgelöst werden. Ebenso kann es durch den Konsum von halluzinogenen Drogen und auch als Entzugssymptomatik bei Suchterkrankungen zu psychotischen Zuständen kommen.
Bestimmte Stoffwechselerkrankungen, z.B. eine Erkrankung der Schilddrüse, verschiedene neurologische Erkrankungen wie beispielsweise Epilepsie, Morbus Parkinson, Enzephalitis oder auch Meningitis und auch Persönlichkeitsstörungen wie das Borderline-Syndrom können ebenso Ursache für die psychoseähnlichen Beeinträchtigungen sein.


Durch ausführliche neurologische Untersuchungen, eine Aufzeichnung der Hirnströme mittels der Elektroenzephalographie (EEG) sowie durch den Einsatz bildgebender Verfahren (z.B. Computertomographie= CT und Magnetresonanztomographie= MRT) können mögliche nervensystembedingte und hirnorganische Ursachen ausgeschlossen oder bestätigt werden. Ein ausführliches Blutbild kann Aufschluss über den Konsum von toxischen Substanzen geben.

 

Klassifizierung der Symptome

Das Krankheitsbild der Schizophrenie ist sehr vielschichtig und die Symptome variieren von Patient zu Patient sowie je nach Krankheitsstadium erheblich. Dennoch wurde von der Weltgesundheitsorganisation im Rahmen des Klassifikationssystems ICD-10 ein Schema entwickelt, welches die Symptome anhand ihrer Dominanz im Auftreten in verschiedene Untergruppen der Schizophrenie unterteilt und somit zum einen eine eindeutigere Diagnose und zum anderen eine angemessene Therapie ermöglicht.


Als wichtigste Leitsymptome für die Diagnose der Schizophrenie gelten laut des Klassifikationssystems der WHO:

Gedankenlautwerden, Gedankenausbreitung, Gedankeneingebung oder Gedankenentzug – Wahnwahrnehmungen, Kontrollwahn, Beeinflussungswahn, das Gefühl des „Gemachten“ – Stimmen, die den Patienten kommentieren oder über ihn sprechen – Denkstörungen – Negativsymptome wie z.B. Apathie, Sprachverarmung, verflachte unangemessene Affekte sowie katatone Symptome wie Erregung, Stupor oder Haltungsstereotypien.


Mindestens ein Symptom der ersten drei genannten muss dauerhaft und über den Zeitraum von mindestens einem Monat bestehen, um die Diagnose Schizophrenie stellen zu können. Liegt eine schizophrene Psychose vor, sollte anhand der bestehenden Symptomatik eine Einordung in die verschiedenen Subtypen der Erkrankung, die paranoide, hebephrene, katatone oder undifferenzierte Schizophrenie erfolgen.

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